Masai-Mara Diary

 

Tagebuch eines Bush-Camp-Abenteuers

13.10.2006  –  05.11.2006

Brigitte Brach

Alle Tage die gelb hinterlegt sind führen zu einer Fotogalerie  16.10.


13.10. abends Ankunft Flughafen Frankfurt bei KLM.

will Manager sprechen, weil ich 10 kg Übergepäck habe (Medikamente für das Talek-Hospital) und nicht einsehe, dafür viel Geld zusätzlich auszugeben.

Mache den Koffer auf, zeige die Medizin, Injektionen usw. und es geht in Ordnung.

 
14.10. morgens Ankunft in Nairobi – endlich wieder Kenianische Luft, bin glücklich.

Besuch bei Gaby von Sunworld, um 9 h Einkauf im Supermarkt, dann geht es weiter den endlosen holprigen Weg in die Mara.

                         

Mittagessen in Narok, Ankunft im Sunworld-Bush-Camp am Spätnachmittag.

5 gut ausgestattete Zelte, 3 Maasai-Askaris und die Vorschrift, auf keinen Fall bei Dunkelheit das Zelt aufzumachen oder ohne Begleitung abends ins Speisezelt zu gehen. Bin gespannt…

Nachts höre ich ein Hippo an meinem Zelt grasen, später höre ich ganz nahe ein Löwenmännchen rufen. Das Gelächter der Hyänen stört mich nicht.

 

15.10. Zwischen 5 und 5.30 morgens wird heißes Wasser zum waschen in das Waschbecken außerhalb des Zeltes gebracht. Zum duschen muss ich Bescheid sagen (lohnt erst abends, da ich vom Savannenstaub sowieso den ganzen Tag eingesaut werde).

6 h geht’s los auf Frühpirsch. Gleich als erstes entdecken wir eine Gruppe von 11 Löwen, wovon sich ein Jungtier am Hinterbein verletzt hatte.

Ca. 9 Monate alte Junglöwen trinken mit der Mutter am Fluss.

Ein Leopard sitzt auf einem Baum – schwer erkennbar durch die vielen grünen Blätter.

Nachmittags Gnu-Crossing über den Mara-River. Es ist kaum Wasser in dem Fluss, so dass die Gnus die felsigen Steine im Wasser sehen und sich dieses mal nicht die Beine brechen, wie es sonst bei hohem Wasserstand der Fall ist. Ein Krokodil liegt träge am Ufer, die Hippos sind an einer anderen Stelle, wo es mehr Wasser gibt.


16.10. Letzte Nacht lief ein Askari mit einem großen Scheinwerfer zwischen den Zelten umher. 3 Löwen waren im Camp.

Meine Hände zittern – Peter, mein Safari-Guide und ich – sehen Keke mit 6 ca. 5 Wochen alten Babys, ganz in der Nähe vom Camp. Wir sind alleine, nur ein Film-Team dreht von dem Movie-Star Keke (Tagebuch der Raubkatzen von BBC) einen Film.

Sie sitzt aufrecht, um sie herum ihre 6 Welpen…

Keke springt auf, jagt los und tötet eine Thompson-Gazelle.

Die Babys gucken alle verdutzt, wo die Mama geblieben ist.

Keke kommt wieder, die Gazelle im Maul (sie lebt noch) und tötet sie bei ihren Kindern. Sie ruht sich aus, hechelt – dann leckt sie das Beutetier hinten auf und fängt an zu fressen. Bald danach trinken ihre Welpen das Blut aus der offenen Gazelle.

Schakal-Babys, viele Elefanten und junge, spielende Löwen sehen wir heute noch. Aber Keke, das ist das Highlight für mich.

Ein wunderschöner Tag geht zu Ende.

 

17.10. Nachts war direkt neben meinem Zelt um 1 h früh ein Löwe, um 5 h morgens höre ich einen Leoparden rufen.

Wir fahren heute wieder zur Mara-Brücke, wollen sehen, ob wir eine große Gnu-Wanderung erleben können. Es sind noch zig-tausende Gnus in der Mara.

Wir sind entsetzt. So weit das Auge reicht, alles verbrannte Erde, Büsche Bäume…

Die Ranger an der Brücke erzählen mir, dass es bis vor 3 Tagen vier Tage lang gebrannt hat. Danach kam abends endlich ein dicker Regenschauer.

Wir beobachten stundenlang eine Löwenfamilie mit Jungtieren.

Ein Löwenjunges spielt am Baum, versucht, daran hoch zu klettern.

 

18.10. Was ist los? Ich höre kein Personal, niemand bringt heute morgen heißes Wasser zum waschen…

Endlich, 5.40 h kommt mein Roomboy (ein ganz süßer, lieber – der mir sagt, dass ich viel Ähnlichkeit mit seiner Mama hätte). Bis 5.30 waren noch 3 Löwen mitten zwischen den Zelten – klar, dass dann niemand von den Angestellten raus geht –

Sehen Löwenbabys, Gnu- und Zebra-Crossing. Geier fressen die Reste einer verendeten Maasai-Kuh. Schakale fressen Gnu-Reste.

Eine große Elefantenherde überquert den Weg.

Wir suchen im hohen gelben Savannengras (wird Zeit, dass die Regenzeit beginnt) nach einem Gepar-denmännchen, der sich hier aufhalten soll.

HALT!!! – Ich sehe einen Gepardenkopf aus dem Gras schauen.

Peter guckt genau hin und meint, das wäre ein Weibchen und hat vielleicht Jungtiere.

 

Ich traue meinen Augen nicht!

Im hohen Gras, direkt unter einem dichten Busch liegt eine Gepardin und leckt ein Baby trocken. Sie hat 2 Welpen, die kurz zuvor in der Nacht oder im Morgengrauen geboren worden sind. Sie können noch nicht gehen, sie rutschen und wackeln an Mamas Zitzen. Sind kaum zu entdecken, so winzig sind sie.

Von anderen Autos oder Kleinbussen können wir nicht gesehen werden. Büsche und hohes Gras gibt der kleinen Familie Schutz. Sobald ein anderes Auto uns entdeckt, fahren wir weiter. Wir wollen nicht, dass neugeborene Babys schon von lärmenden Touristen umzingelt werden. Lieber verzichte ich auf Fotos.

Das Glück ist mir hold. Ich fotografiere und filme. Leider ist die Distanz groß und die Aufnahmen werden wohl nicht all zu deutlich werden. Dieser Augenblick bleibt jedenfalls für immer in meiner Erinnerung.

 

19.10. Heute nacht wurde ich von einem bestialischen Gestank im Zelt wach.

Ein Riesenvieh von Hippo hat direkt auf den Busch neben mein Zelt gekackt. Ich nebele mein ganzes Zelt mit einer halben Flasche Raumspray ein. Nutzt nichts. Decke mich bis über die Nase zu und schlafe irgendwann endlich wieder ein.

 

Löwen gibt es rund um das Bush-Camp genug. Andere Lodges oder Camps sind weit entfernt, in der Nähe vom Talek- und Mara-River. Wir sind an einem Seitenarm des Talek-Rivers.

Wieder erwischen wir die Löwen bereits beim fressen. Wann sehe ich endlich mal eine Löwenjagd???

Wir frühstücken an einem malerischen Platz am Mara-River mit Blick auf riesige Hippos und Krokodile. Eine kleine Schlange schlängelt sich durch das Gras am Auto.

 

Endlich sehen wir mal wieder die 3 Söhne von der Gepardin Bella- Sie müssen inzwischen ca. 6 Jahre alt sein. Einer hat einen Stachel einer Akazie im Fuß und kann nur mühsam laufen. Seine Brüder warten auf ihn, bis er wieder bei ihnen ist.

Ich sehe die drei abends beim Sonnenuntergang wieder. Sie markieren ihr Gebiet an jedem Busch.

 

20.10. 6 h ins Auto zur Pirsch. Direkt neben dem Fahrerzelt liegt das Riesen-Hippo, was neben mein Zelt gekotet hat. Wieder viele Löwen, die Kleinen sind am spielen. Nachts war es relativ ruhig – die üblichen Geräusche, an die ich mich gewöhnt habe.

Ein kleiner Falke knab-bert an einem Impala-Fuss.

So schnell konnten wir gar nicht Kamera und Camcorder anmachen, wie auf einmal ein großer Adler ein Thompson-Baby sich krallt.

Mit einem Schnabelhieb tötet und damit weg fliegt. Wir sehen ihn am Boden, seine Beute fressen. Später fliegt er damit wieder weiter, aber meine Kamera ist startklar…

 

21.10. Fahrt in Richtung Olanana-Camp an der Seite der Tansan. Berge. Am Weg läuft ein wunderschöner alter Löwe mit einer dichten, dunklen Mähne und gähnt mir ins Autofenster.

Eine große Elefantenherde mit Jungtieren kommt uns entgegen. Wir weichen vorsichtshalber aus.

 

Ein Leopard liegt auf einem Baum und schläft. Macht schlaftrunken ein Auge auf, pennt weiter. Wir warten 2 Stunden, dann kommt er gemächlich vom Baum runter, verschwindet im dichten Buschwerk.

                       

Wir sehen eine Hyäne (Männlein oder Weiblein können selbst Zoologen nicht entscheiden) Sie wäscht sich ausgiebig, knabbert an einem Zweig. Was ist das??? Kein Zweig, sie wäscht ihren enorm großen langen, dünnen Penis!.

Selbst Peter, der seit Jahren Guide ist, hat dies zum ersten Mal gesehen.

 

22.10. Nachts war wieder Action im Camp. Hippos, Löwen, Paviane, Hyänen – das ist kenianische Musik live….

Löwenbabys spielen mit Schwanz, Haut und Bein von einem erbeuteten Gnu.

Wir sehen eine Riesenherde von 25 Giraffen in der Nähe des Flusses.

Mir fällt ein (wäre besser gewesen, wenn ich diese Erleuchtung schon bei Keke und ihren Babys gehabt hätte), dass Peter eigentlich meinen Camcorder bedienen könnte. Er ist leicht bedienbar. Peter hat seine helle Freude daran, es macht ihm einen riesigen Spaß.

  

Die drei Gepardbrüder machen Jagd auf Gnus. Der eine verletzte bleibt etwas zurück. Sie haben kein Erfolg.

Endlich ein heftiger Regenschauer. Die Regenzeit fängt langsam an.

Diese Nacht bin ich alleine im Camp. Zwei Askaris bewachen mein Zelt die ganze Nacht. Ich habe keine Angst – mein Abendessen und der Morgenkaffee wird mir ans Zelt gebracht.

 

23.10. Herrlicher Sonnenaufgang.

Ein Löwe trägt ein Gnu in den Busch und fängt an zu fressen.

Viele Geier und Marabus zanken sich um die Reste....

Wir sehen von Sunworld den großen Mitsubishi inmitten eines Löwenrudels. Das Auto will nicht anspringen. Wir warten, bis die 8 Löwen das Weite gesucht haben, dann kann der Fahrer aussteigen und die Batterie wieder klar machen. Ein Kabel war von dem Holperweg abgegangen.

 

 

24.10. heute Nacht war es bitterkalt.

Um 7 h sehen wir ein großes Löwenrudel mit 14 Tieren.

Zwischen 8-9.30 h beobachten wir einen Geparden, der 7 Thompson-Gazellen im Visier hat. Wir gaben ihm eine große Distanz zum Jagen. Leider kommen immer mehr Autos, einer stellt sich direkt vor den Geparden. Er bricht seine angefangene Jagd ab. Ich ärgere mich über die Safari-Fahrer, die keine Rücksicht auf die Tiere nehmen.

Der Gepard tut mir den Gefallen und geht später, als alle anderen Autos weg waren, zu einem umgekippten Baum und klettert rauf.

 

Wir fahren zum Ilkeliani-Camp am Talek-River.

Die wunderschöne Zeit im Sunworld- Mobiles Bush-Camp ist leider vorbei. Die Angestellten hatten mir eine Torte gebacken, wo sie eine Gepardin raufgemalt hatten. Fand ich sooo süß!!!

 

Am Talek-Dorf halten wir am Hospital und übergeben den überglücklichen Ärzten die vielen Medikamente, Spritzen und vieles mehr.

Ein riesiges Dankeschön und  „Mungu akubariki“ (übersetzt: und Gottes Segen für Euch alle) soll ich den Spendern der vielen Medikamente, Wundnähzeug, Pflaster, Injektionen usw., ausrichten:

 

Dr. Sunadi, Roetgen

Dr. Krasny-Suijders, Stolberg

Dr. Suijders, Stolberg

Sonnen-Apotheke, Stolberg

sowie meiner Roentgen-Apotheke in Neuwied.

 

Das Ilkeliani-Camp ist durch einige neue Zelte erweitert worden. Seit der Zeit Anfang des Jahres, als die Maasais ihre Herden in den Nationalpark reinbringen durften (wegen der schrecklichen Dürrezeit), haben etliche Raubkatzen das Weite gesucht. Es ist schade…

 

25.10. Wir müssen in Richtung Sarova und Keekerok-Lodge fahren. Im Talek-Gebiet gibt es außer den üblichen Tieren für mich nichts Interessantes mehr. Bin enttäuscht.

Dort, wo in der Nähe der großen Lava-Steine normalerweise viele Geparde sind, finde ich heute keinen einzigen.

In der Mittagspause (für Pirschfahrt zu heiß), verwüsten Meerkatzen mein Vorzelt und werfen alle Zigaretten rund um die Liege.

Wir sehen Schakale mit Jungtieren, ca. 10 Wochen alt. Es fängt an zu gewittern, ein starker Schauer prasselt runter.

 

26.10. Mich sticht ein Flugsaurier (keine Ahnung, was es war – groß wie eine Pferdebremse). Meine Haut brennt links von der Schulter bis zum Brustbein und juckt. Sehr unangenehm…

Die Stelle wird immer heißer – mache Cortisonsalbe rauf und nehme 2 Aspirin.

Beim Frühstück im Busch schönen bunten, toten Schmetterling gefunden. Nehme ihn in die Hand und zeige ihn Peter auf der Decke am Boden. Haha – er war nicht tot, es waren zwei Schmetterlinge beim Liebesakt. Sorry, dass ich gestört habe.

 

Wir kommen von der Frühpirsch zum Lunch zurück und begegnen unterwegs einer Maasai-Frau mit einem Kind an der Hand, einem etwas älterem Kind auf dem Rücken. Dem kranken Kind fallen die Haare büschelweise aus. Sie sind braun, anstatt schwarz. Ein Zeichen von absoluter Unterernährung und schwerer Mangelerscheinungen. Sie waren auf dem langen Weg ins Talek-Hospital, sind jetzt zum Glück nur noch wenige Meter. Das Kind hat kaum eine Chance zum Überleben. Wir hoffen auf ein Wunder.

 

Wie schön – die Gepardbrüder kommen wieder in ihr angestammtes Gebiet am Talek-River. Wir sehen sie unter einem Busch schlafen. Der verletzte Gepard gesundet langsam.

 

Es wird dunkel, wir müssen uns beeilen. Das Talek-Gate macht um 19 h dicht und dann müssen wir außen rum zum Camp fahren. Peter bremst abrupt, fährt 1 Meter zurück. Am Wegesrand liegt eine ganz junge Thompson-Gazelle, keine Mama in Sicht. Peter will sie mit meinem großen Tuch, was ich immer wegen dem Staub über die Kamera lege, einfangen und zu den Rangern bringen. Wir suchen mit Scheinwerfern die Gegend ab – ein Glück: die Mama ist vor den Scheinwerfern geflüchtet und wartet abseits, bis sie wieder zu ihrem Baby kann.

 

27.10. Mist – habe Durchfall. Keine Ahnung, weshalb. Esse keinen Salat, kein Obst, was keine Schale hat, kein Eis…

3 x muss ich hinter einen Busch – jedes Mal suche ich den Busch nach etwaigen Schlangen ab.

Alter Löwe und ganz junge Löwin beisammen? Das kann nur bedeuten, dass sie sich bald paaren wollen. Also stehen bleiben, Motor aus und warten.

Zweimal beobachten wir das Spektakel. Auf meinem Film ist das geknurre und gefauche toll als Sound zu hören.

Peter filmt alles, was ihm interessant erscheint. Ich bin froh darüber. Wenn ich aufgeregt bin, zittern meine Hände und der Film verwackelt.

 

Wir besuchen die Talek-Schule und geben meine Geschenke incl. Fußball ab.

Unsere Lehrer hätten reinen Urlaub, wenn die deutschen Schüler so viel Achtung vor den Lehrern hätten, wie die Kinder in Afrika!!!

 

Es ist Nachmittag. Wir sehen am Talek-River Löwen Wasser trinken und beobachten eine lange Zeit.

 

Ein Junger Gepard versucht, eine Topi-Herde zu jagen. Die gucken nur blöde und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.

 

28.10. Der Tag verläuft ruhig. Bin vom Bush-Camp und dem dortigen Gebiet wahrscheinlich zu verwöhnt…

Überall regnet es – es freut mich für die Tiere und Menschen.

 

29.10. Grünes, junges Gras bildet einen leichten Schimmer über der Savanne.

Wir sehen wieder Löwen, ein Adler frißt Reste von einem Gnu am Boden.

 

Wir fahren den ganzen Tag über Pirsch. Fahren den weiten Weg noch einmal zum Mara-River und haben Glück.

Weit über 2.000 Gnus, Zebras und Topis versammeln sich am Rand des Mara-Flusses- Fast alle Tiere sind trächtig – sie bekommen ihre Jungen in Tansania.

1 Stunde warten wir, bis sich das erste Gnu traut, runter zu springen. Dann geht das Spektakel los. Eine riesige Staubwolke nimmt mir die Sicht. Einige Gnus brechen sich beim Sprung ins Wasser die Beine. Durch die Regenschauer ist der Fluss etwas angeschwollen und sie sehen die Felsen dort nicht mehr.

 

Später sammelt sich eine große Zebra-Herde, um den Marafluss zu überqueren.

 

Eine Löwin jagt Gnus, hat aber keinen Erfolg.

Ihr 5 Monate altes Jungtier wartet auf einem Hügel auf sie.

1 Stunde später geht sie mit ihrem Jungtier zu einer anderen Löwin, die 4 kleine Babys hat.

Sie scheinen sich zu kennen. Es sah nach einem Kampf aus, aber sie freuten sich nur über das Wiedersehen und die erfolglose Löwin durfte mit ihrem Jungtier an der Mahlzeit der erfolgreichen Löwin teilnehmen.

 

30.10. Die Leopardin Bella vom Talek-Gebiet (Tagebuch der Raubkatzen von BBC) geht durch hohes Buschwerk. Keine Chance für ein Foto.

Maasai-Rinder grasen im Camp. Wenn wenig Gäste (wie momentan) anwesend sind, wird es ihnen erlaubt, da manche Bäume und Büsche im Camp noch grüne Blätter tragen.

           

Eine Elefantenmama säugt ihr Baby.

Heftiger Regen fängt am Spätnachmittag wieder an.

  

Beim Abendessen kommt endlich die Talek-Camp- Ginsterkatze zu Besuch ins Speisezelt. Endlich kann ich mal ein Foto von ihr machen.

Ihr Baby vom Februar d.J. wurde von einer Wildkatze leider getötet.

 

31.10. haben fast den ganzen Tag spielende Löwenkinder beobachtet und gefilmt. Sie tobten auf einem getöteten Gnu herum.

1 ca. 4 Monate altes Löwenjungtier ist besonders frech. Es läuft auf eine Herde Zebras zu und will ernsthaft versuchen, ein Zebra zu jagen und zu töten. Ich lache mich halb kaputt.

  

Sitze um 19.15 h vor meinem Zelt, gucke in den dunklen Nachthimmel und warte, dass um 19.30 das Lagerfeuer anfängt.

Eine dicke fette Kröte hüpft mir über die Füße.

  

Ein großes Kompliment an Sunworld, die das Experiment mit einem mobilen Camp zum ersten mal gewagt haben.

Für mich ging damit ein großer Traum in Erfüllung. Die Raubtiere zu hören, zu riechen, mit dem Nachtfernglas zu sehen.

Für Tierliebhaber, die Hotel-Komfort erwarten und bei jedem Löwengebrüll in Panik ausbrechen, ist ein mobiles Camp nicht geeignet.

Wer aber Kenia hautnah erleben möchte, dem rate ich, das Sunworld-Bush-Camp zu buchen. Es ist nächstes Jahr wieder am gleichen Platz und von Juli bis Ende Oktober offen. Also gerade zur richtigen zeit des Gnu-Crossings.

 

01.11. heute Nacht waren Elefanten im Camp in der Nähe der Fahrerunterkunft. Da der Talek-River fast ausgetrocknet ist, können alle Tiere mit Leichtigkeit ins Camp…

Ein Adler frißt ein Thompson-Baby, Elefantenbabys trinken wieder an der Mutterbrust. Die Talek-Löwen (2 Mütter mit 5 Welpen) sind wieder am rumtoben.

  

Eine Löwenmutter vom Talek-Rudel macht Jagd auf eine Gnuherde. Sie beißt ein Gnu in den Hintern, das Gnu dreht sich um und jagt die Löwin!!! Schade, dass es für gute Fotos zu weit entfernt war.

 

02.11. Eine fremde Löwin mit einem ca. 1 Jahr altem Jungtier tötet ein Gnu-Kalb und frißt es.

 

Die Gepard-Brüder sind endgültig wieder im Talek-Gebiet. Einer jagt Gnus – aber wieder einmal leider ohne Erfolg-

  

Ich traue meinen Augen nicht: Direkt neben unserem fahrenden Wagen läuft am helllichten Tag ein Serval entlang!!!

Das wunderschöne Foto von einem Serval in meiner Page habe ich von Romain Grisius erhalten (copyright Romain Grisius), da Servale nachtaktiv und sehr scheu sind.

 

Und nach vielen Jahren Maasai-Mara sehe ich  e n d l i c h  aus nächster Nähe und in aller Ruhe einen! 2 Stunden lang konnte ich mich von diesem herrlichen Anblick nicht losreißen.

 

Die drei Gepardbrüder sehen wir im Scheinwerferlicht (war kurz vor 19 h) fressen. Mit Blitzlicht gelingen Fotos.

 

03.11. Einer der schrecklichsten Tage für mich in Kenia.

Nicht genug, dass ich morgen nach Nairobi fahren muss und dort übernachte – es fing harmlos an:

6.20 h sehen wir ein Stachelschwein, junge Schakale und eine Gepardin mit einem älteren Jungtier.

  

In der Nähe der Keekerok-Lodge sehen wir auf Lava-Steinen 3 fast erwachsene Löwen liegen.

Es ist Buschland und etwas weiter weg sitzt ein Gepard auf einem Termitenhügel, knurrt ganz laut und schreit laut – den Blick nicht von den Löwen abwendend.

 

Die drei Löwen gehen gemächlich Richtung des Geparden. Der Gepard rennt weg, die Löwen hinterher.

Peter filmt – ich schreie, weine, ducke mich, den Kopf fest auf meine Knie, damit ich nichts sehe.

Ich bitte Peter, weiter zu fahren. Ich kann nicht zusehen, wie mein Liebling, ein Gepard gejagt und vielleicht sogar von den Löwen getötet wird.

  

Es dauert Stunden, bis ich aufhöre zu weinen. Peter will mich beruhigen und sagt, dass die Löwen den Geparden sicherlich nur aus ihrem Gebiet vertreiben wollten und ihm nichts geschehen wird. Ich möchte es soooo gerne glauben…

 

Es ist Nachmittag. Wir sehen 1 Gepardin mit 2 ca. 5 Monate alten Jungtieren. Um 15 h sehen wir noch einmal ein Gnu-Crossing mit ein paar hundert Gnus. Es regnet in Strömen.

  

Es paßt zu meiner Stimmung am heutigen Tage.

 

Vom Ilkeliani habe ich zum Abschied zwei sehr schöne T-Shirts geschenkt bekommen.

 

 

04.11. Eine letzte Pirschfahrt, dann Frühstück im Camp. Wir wollen losfahren, große Verabschiedung von dem Camp-Personal, da geht ein Reifen kaputt. Über drei Wochen katastrophale Wege haben die Reifen ausgehalten, jetzt gab einer seinen Geist auf.

Die Ranger am Talek-Gate erzählen uns, dass Keke mit ihren 6 Welpen von einem afrikanischen Wildhund gejagt wurde. Aber sie hatte wieder einen Schutzengel – sie und ihre Babys haben keinen Schaden genommen.

 

Ein endlos weiter Weg über drei Berge, zeitweise säuischem Weg – da knallte etwas gegen meine Seitentür und ich sehe einen Reifen im Graben landen.

Die Tür kaputt, wir finden nur zwei Radmuttern. Ein Maasai-Kind hilft suchen. Drei Radmuttern hat Peter als Ersatz dabei.

Hoffentlich ist der Reifen noch heil. Der Reservereifen war ja morgens angebracht worden. Nach zwei Stunden war alles ok und wir kommen bis Narok, wo der Reifen geflickt wird.

 

Mit erheblicher Verspätung kommen wir im Fairview-Hotel in Nairobi an.

Ich nehme ein langes Bad, wasche mir den ganzen Savannenstaub vom Körper, kann endlich meine Haare richtig waschen und föhnen und brauche lange, bis ich alle Eindrücke etwas geordnet habe.

 

Abschied,

was bleibt ist die Erinnerung an eine wunderschöne Zeit in Afrika.

 

          

 

05.11. 11.35 h geht der Flug nach Amsterdam. Zum Glück kam der Flieger 30 Minuten eher als geplant an und ich hatte Zeit, das weit entfernte Gate Rtg. Frankfurt aufzusuchen.

24.10 h = ich bin zu Hause…

 

07.11. ich fange an, meine Aufzeichnungen in den PC zu tippen. Die Fotos habe ich gestern und heute morgen bereits sortiert.


 


Bitte habt Verständnis, dass ich meine besten Fotos nicht online stelle.

Bitte mein Copyright beachten!!! Ich habe viel Zeit, Geduld und Geld für

die Bilder investiert!